Arbeiten in Mali

Verbesserte traditionelle Heilmittel: ein beispielhaftes Vorgehen

In Mali gibt es wie in allen afrikanischen Ländern zwei Gesundheitssysteme: Das konventionelle oder das (durch die Kolonisation) eingeführte System und das traditionelle System. Letzteres wird am häufigsten genutzt, weil seine Wurzeln in kulturellen Werten liegen.

Unter einem traditionellen System versteht man das Spektrum lokaler therapeutischer Ressourcen, an die sich der Patient und seine Familie halten können. Beteiligte an dieser traditionellen Medizin sind an erster Stelle die Leute selbst (Selbstbehandlung, Familienmedizin) und an zweiter Stelle die traditionellen Therapeuten.

Malis Gesundheitspolitik, die vom Programme de Développement Sanitaire et Sociale (PRODESS) gelobt wird, verstärkt die Einbeziehung der Gemeinschaften beim Angehen ihrer Gesundheitsprobleme. Sie propagiert auch den Gebrauch essentieller Arzneien, u.a. verbesserter traditioneller Heilmittel.

Die verbesserten traditionellen Heilmittel beinhalten Heilpflanzen, die in wissenschaftlichen Studien ausführlich untersucht wurden, um die Interessen und Grenzen der Verwendung, die besten Dosierungen sowie die toxikologischen Risiken zu bestimmen. Diese Medikamente werden produziert, kontrolliert, verpackt und nur in Mali verkauft: Sie repräsentieren ein originales und beispielhaftes Vorgehen für eine grössere Autonomie des Gesundheitswesens und die Aufwertung lokaler Ressourcen.

Traditionelle Medizin und Malaria

In enger Zusammenarbeit mit dem Département de Médecine Traditionnelle (DMT) führt Antenna Technologies in Mali eine Reihe von Arbeiten über Malaria durch. Unsere Untersuchungen bei mehr als 1'000 Haushalten sowie traditionellen Praktikern haben in einer ersten Phase gezeigt, dass sich zuerst die Familie um leichte oder schwere Malariafälle kümmert. Nur bei schweren Malariaerkrankungen beobachtet man vermehrt die Konsultation eines traditionellen Praktikers und in geringem Masse den Bedarf für moderne Gesundheitseinrichtungen. Ausserdem konnten wir Korrelationen zwischen behandelten Fällen (mit modernen oder traditionellen Medikamenten) und der Entwicklung der Patienten aufstellen. Aus diesen ersten Resultaten ging hervor, dass einige Heilpflanzen systematisch mit guten therapeutischen Ergebnissen einhergehen. Extrakte dieser Pflanze wurden in vitro an einem Plasmodium falciparum Stamm, der auf Chloriquin resistent ist, auf ihre anti-Malaria Wirkung getestet. Die am Schweizerischen Tropeninstitut (STI, Basel) durchgeführten Versuche ergaben, dass sechs unserer auserlesenen Pflanzen eine starke Wirkung gegen den Malariaerreger hatten. Von diesen Heilpflanzen wurde Argemone mexicana für ausführlichere Studien ausgewählt. Die Arbeiten sind in der wissenschaftlichen Presse veröffentlicht worden.

Für weitere Informationen, siehe (pdf-Dokumente auf Französich):

Argemone mexicana: eine in Mali gegen Malaria verwendete Pflanze

Argemona Mexicana

Botanische Angaben: Argemone mexicana Linn (Papaveraceae)

Fruit Agemona

Argemone mexicana (Stachelmohn) ist eine einjährige, stachelige, 0.3 bis 1 m hohe, milchsaftführende Pflanze. Die grün-bläulichen, weiss geäderten Blätter gleichen denjenigen einer Distel. Die Frucht ist eine längliche, borstige Kapsel, die zahlreiche schwarze, kugelförmige Samen (ca. 1 mm) enthält.