Ernährung und Mangelernährung während der Kindheit

Ein Kind wird je nach Kultur unterschiedlich lang, oft über ein Jahr, gestillt. Muttermilch versorgt den Säugling mit allen nötigen und harmonisch ausgewogenen Nährstoffen. In der Muttermilch enthaltene Elemente (Immunoglobuline, weisse Blutkörperchen, Lactoferrine) schützen das Kind vor Infektionen. Ausserdem handelt es sich um sterile, gebrauchsfertige und preiswerte Nahrung... Muttermilch ist auf die Bedürfnisse des Säuglings während seinen ersten Lebensmonaten angepasst.

Ab dem 4. Monat deckt eine strikte Ernährung durch Muttermilch die Bedürfnisse des Kindes, insbesondere was die Energie- und Eisenaufnahme anbelangt, nicht mehr ab. Zudem kommt die Gefahr eines Proteinmangels oder einer Anämie auf. Das Füttern eines angereicherten Nahrungsbreis wird notwendig. Die weiterhin stillende Mutter weiss, dass sie ihrem Kind zusätzlich einen Brei aus lokalen Zutaten (Hirse, Mais, Maniok, ...) und Wasser geben muss. Dieser wird oft im Voraus zubereitet und unter schlechten hygienischen Bedingungen aufbewahrt. Deshalb kommt Diarrhö, die sogenannte "Entwöhnungs-Diarrhö", häufig in tropischen Ländern vor.

Der Brei besteht je nach Region aus Getreide (Reis, Hirse, Sorghum, Mais), Wurzeln (Maniok) oder Knollen (Yams). Er ist zwar reich an Kohlenhydraten, aber der Energiewert ist ungenügend: Während 100 g Muttermilch 72 Kalorien enthält, weist 100 g Hirsebrei nur 40-75 Kalorien auf. Ausserdem hat der Brei einen geringen Proteingehalt.

Diese zwei Faktoren, bakterielle Kontamination und niedriger Nährwert der Breikost, erklären die Tatsache, dass Mangelernährung zwischen 6 Monaten und 2 Jahren so häufig auftritt.

In einigen Gesellschaften, wie z.B. in Afrika, geschieht das Abstillen häufig abrupt: Die Mutter ist oder glaubt sich wieder schwanger und beendet die Brusternährung des Kindes. Das verwirrte Kind zeigt nun Verhaltensschwierigkeiten und verweigert manchmal die Nahrungsaufnahme, was die bereits problematische Ernährungssituation verschlechtert.

Ab dem zweiten Lebensjahr isst das Kind ausschliesslich die Mahlzeiten der Familie, die zweimal täglich, manchmal nur einmal pro Tag, zubereitet werden. Es erhält eine reichliche, aber oft stark gewürzte und an Fetten sowie Proteinen niederwertige Mahlzeit. Unter solchen Umständen deckt die Nahrung nur 60-70% des Kalorienbedarfs und 80-90% des Proteinbedarfs.

Die Voraussetzungen sind also gegeben, den Zustand einer Mangelernährung auszulösen oder zu verschlimmern.

Für weitere Informationen können Sie das Dokument About child nutrition and malnutrition (auf Englisch) einsehen.